Rund um St. Peter u. Paul

Glockenguss

Der Guss mit Segnung Pastor Aheuer Der Guss mit Segnung Pastor AheuerFoto: Florian Polenz
Was für Köln der „dicke Pitter“ ist für Scheidingen seit Freitag der „kleine Pitter“, die 3. Glocke für den Kirchturm, die vor den Augen von 16 Hellwegbesuchern im niederländischen Asten gegossen wurde.
Der Termin direkt vor dem Patronatsfest St. Peter und Paul deutet auf den Namen der Glocke St. Peter und St. Paul hin, den vermutlich die Vorgängerglocke ebenfalls trug, die die Brüder Haemony 1624 schufen.   
"Diese Glockengießer waren die Stradivaris unter den Arbeitern ihrer Zunft", versichert Glockengießer Jan van Brussel von der Glockenfirma „Koninklijke Eijsbouts“. Darum war es wichtig, zu den vorhandenen zwei Glocken aus dem Guss-Jahr 1624 die dritte wieder zu beschaffen. „Wir haben diese Firma ausgewählt, weil sie sich darauf versteht, eine konkrete Nachstimmung und Anpassung an das dann wieder vollständig vorhandene Geläut zu ermöglichen“, so begründet der Kirchenvorstand der Pfarrei St. Maria diese Wahl.
Thomas Foschepoth, Vorsitzender des Fördervereins St. Peter und Paul, zeigte sich beeindruckt von der Arbeit in der Glockenfirma in Asten nahe Venlo, durch die Glockengießer Jan van Brussel persönlich die Gruppe ausgiebig führte. „Ein beeindruckendes, einmaliges Erlebnis, bei einem Guss dabei zu sein und das für einen Glocke, die dann auch noch bei uns läuten wird.“ Bestätigt Thomas Foschepoth.
Bevor aber das 1200 Grad heiße Metall aus rund 80% Kupfer und rund 20% Zinn in die Form gegossen wurde,  kam Pastor André Aßheuer die Aufgabe zu, dieses zu segnen und mit einem kleinen Gottesdienst einen würdigen Rahmen zu bereiten.
Der Kirchenvorstand ist froh, dass so zügig nach der Beschlussfassung zum Ende der Pfarrei St. Peter und Paul im Dezember 2013 dieser Guss von statten ging, wozu der Glockensachverständige Theo Halekotte beitrug, der ebenfalls dem Guss beiwohnte und dass eifrige Spender das Unternehmen komplett finanzierten.
 
Am 8. September wird das gute Stück in Scheidingen auf einer Palette eintreffen und abends von Weihbischof Berenbrinker gesegnet, bevor es bis zum November in der Kirche steht und angeschaut werden kann. Nach der Einbringung in den Turm wird dann am Heiligen Abend knapp hundert Jahre nach dem Verlust der 3. Glocke wieder der satte Dreiklang aus as‘, b‘ und c erklingen. „Nicht so kräftig wie der  Kölner „dicke Pitter“ aber nicht minder froh wird es aufgenommen werden, dieses Instrument der Freude!“ ist sich Pastor Aßheuer bei der Segensfeier sicher, die mit einem „Großer Gott wir loben
 dich“ für alle Beteiligten ein frohes Ende fand.
* tobi
v.r. Thomas Foschepoth, Pater Alex, Pastor Aheuer, Theo Halekotte als Glockensachverstndiger: 3. v.l. v.r. Thomas Foschepoth, Pater Alex, Pastor Aheuer, Theo Halekotte als Glockensachverstndiger: 3. v.l.Foto: Florian Polenz