Archiv Firmung

Welvers Firmlinge im Dienst am Nächsten

Pfarrei St. Maria auf Pilgerfahrt ins französische Lourdes

Bischof Josef Clemens (Rom, Mitte) begrüßte die Welveraner Pilgergruppe mit Pastor Andre Aßheuer (vorne) vor der Rosenkranzbasilika im französischen LourdesFoto: Teimann Welver. Viele sind alt, krank und meist an den Rollstuhl gefesselt. Linderung der Schmerzen und Heilung ersehnen sie sich unter anderem durch das Wasser aus den Quellen des französischen Pilgerortes Lourdes. Auf dem Weg der Krankenherberge Notre Dame in den heiligen Bezirk erfahren sie dabei dankbare Hilfe – ehrenamtlich von Welvers Firmlingen und Messdienern.


Das Bild ist beeindruckend: Täglich versammeln sich an der großen Basilika im französischen Lourdes um 21 Uhr Tausende von Gläubigen verschiedener Nationen, um in einer großen Lichterprozession gemeinsam den Rosenkranz zu beten. „Ave , Ave – Maria“, erklingt bedächtig das Lied über den Platz der Madonna, der von den Kerzen, die die Gläubigen mit sich tragen, in einen sanften Lichtschein fällt. Eine Welveraner Pilgergruppe um Pastor Andre Aßheuer geht mit, schiebt in Rollstühlen die Kranken, beteiligt sich an der Messe.


Anschließend füllen die vielen Menschen noch rasch die mitgebrachten Becher, Flaschen, ja ganze Kanister mit dem „heiligen Wasser“ aus der Quelle der Grotte am Fluß Gave. Es soll heilsam sein. Immerhin 67 Heilungen – unter anderem von Knöchenbrüchen und Tumoren – sind offiziell bekannt, wurden von den ortsansässigen Ärzten des benachbarten Krankenhauses dokumentiert.


Für einen Teil der Welveraner Pilgergruppe - dies sind die Firmlinge - geht es aber auch um die Erfahrung „Lourdes“. 24 Jugendliche und 35 Erwachsene beteiligten sich an der Fahrt in die Pyrenäen, die Gemeindereferentin Dorothee Topp und Pfarrsekretärin Simone Teimann organisiert haben. „Ich habe ein gutes Gefühl, wenn ich hier anderen Menschen helfe“, bringt es der 14-Jährige Jonas Runte schlichtweg auf den Punkt. Und Pia Topp (16) ergänzt: „Hier kann man mit kleinen Dingen Großes bewirken. Man spürt die Dankbarkeit in den Augen der Menschen.“


Eine Woche besuchte die Welveraner Gruppe den Wallfahrtsort Lourdes, beteiligte sich in der großen Basilika an den Messen mit Bischof Josef Clemens aus Rom. Mehrere Gebetsräume stehen in Lourdes den zeitweise bis zu 40000 Pilgern täglich aus allen Teilen der Welt zur Verfügung. „Es ist auch faszinierend, wie die verschiedenen Kulturen hier ihren Glauben feiern. Da sind Spanier wesentlich emotionaler als Nordeuropäer“, lacht Franziska Schrieck (14).


Geteilt wurde die Pilger-Woche durch einen Strandtag im Atlantik-Örtchen St. Jean de Luz, zu dem sich ganz selbstverständlich das Busfahrer-Paar Bärbel Bitterschulte und Noel Roelands hinter das Steuer des „Doppeldeckers“ setzte. Beide chauffierten die Welveraner Pilgergruppe nach Lourdes – ehrenamtlich, wie so vieles in dieser Pilger-Woche, in der Jung und Alt Seite an Seite eine besondere Erfahrung machten. Eine erneute Fahrt 2015 ist angedacht. *teito


Stichwort Lourdes

  • Im französischen Ort am Rande der Pyrenäen soll am 11. Februar 1858 der 14-jährigen Bernadette die heilige Mutter Gottes an einer Quelle in der Grotte am Fluß Gave erschienen sein. Seither pilgern Tausende von Gläubigen täglich zur Grotte und der Quelle.
  • Am Fluß ist der sogenannte Heilige Bezirk um die Basilika entstanden, in der 40000 Gläubige Platz finden. In einem weiteren unterirdischem Gottesraum haben 25000 Besucher Platz.
  • Jährlich bietet der Lourdesverein Westfalen eine Fahrt nach Lourdes an, dem sich auch in diesem Jahr die Welveraner Pilgergruppe angeschlossen hat.
  • Neben einem Besuch der Franz-Stock-Gedenkstätte am Mont Valerien in Paris auf der Hinfahrt, wurde auf dem Rückweg die Grabstätte der Heiligen Bernadette in Nevers besucht.