Rund um St. Bernhard

Restauration der St. Bernhard Kirche

„Der Himmel geht über allen auf“, so lautet ein
berühmtes modernes Kirchenlied. Dass dies allerdings in den Gotteshäusern nicht
wortwörtlich verstanden werden darf, zeigte sich in der St. Bernhard Kirche in
Welver. Dort fielen vermehrt Steine von der Decke, von Säulen im Altarraum
platzten Teile der Fassade ab, sogar der Schlussstein der Decke war betroffen.

Der Kirchenvorstand der St. Maria Pfarrei musste
handeln und tat dies auch. Im Anschluss an die Pfarreigründungsmesse am 13.
Januar musste die Kirche geschlossen und die Firma Ars Colendi beauftragt
werden, die Schäden zu restaurieren.


Am kommenden Sonntag um 10:45 Uhr findet nach der Restaurierungsphase
schließlich wieder die erste Messe in der Pfarrkirche von St. Maria statt. Bis
dahin muss aber zum Beispiel noch der Steiger aus der Kirche verschwinden, mit
dem Anzeiger Reporter Tobias Schulte gemeinsam mit Romona Vinke der Paderborner
Restaurationsfirma Ars Colendi, die Möglichkeit hatte, in der Kirche bis auf 14
m Höhe zu fahren.


Nachdem in den letzten Jahren wieder vermehrt Schäden
an den Altären der St. Bernhard Kirche, die 2006/2007 von der Lippstädter Firma
Lerchl komplett restauriert wurde, aufgetreten sind, entschloss sich der
Kirchenvorstand die Schäden beheben zu lassen. So sorgte Master-Restauratorin
Ramona Vinke in akribischer Kleinarbeit dafür, dass die abgebrochenen Schollen
wieder gefestigt und die Hohlräume mit Bindemittel gefüllt wurden. Des zweiten
Problems, das um Ostern 2011 herum auftrat, nämlich dass viele Kubikzentimeter
große Putzsteine von der Decke fielen, nahm sich Diplom Restauratorin für
Wandmalerei Heike Wehner an. Sie arbeitet ebenfalls für die Lippstädter Firma
Ars Colende und bereinigte die Schäden, indem sie die entstandenen Hohlstellen hinterfüllte.
Einige Monate lang hatte provisorisch
ein Sonnenschirm unter der Decke diese auffangen sollen, allerdings bröckelten
keine weiteren mehr ab. Vom Schlussstein bröckelte glücklicherweise nur Teile
vom Verzierungsputz und nicht vom Stein an sich ab, sodass die Statik des
Gotteshaues nicht gefährdet ist.


Allerdings bleibt immer noch die Frage, die sich der
Kirchenvorstand seit zwei Jahren stellt, woher die genannten Schäden stammen. Für
Ramona Vinke stellt sich das Problem als eine Kombination verschiedener
Komponenten dar:


1.)   
Der Sonneneinstrahlung
und der damit verbundenen Wärmeentwicklung, da die Schäden auf der Südseite
deutlich stärker zu beobachten sind

2.)   
Andererseits durch
die Fassungsträger an sich, so sind die Säulen in den Altären aus einem Stamm
komplett gefertigt. Nach heutigem Wissen würde man die Holzstücke aufschneiden
und lediglich den Kern entnehmen.

3.)   
Sodann stellte sich
der Kirchenvorstand die Frage ob die Restaurierung bis 2007 mit richtigen
Materialien durchgeführt wurde. Frau Vinke findet den Bindemittelgehalt der Grundierung
zu hoch, sodass die Grundierung wegbröckelt. Allerdings ist dieser Punkt geringfügiger
als die ersten beiden Gründe.


Zur Sicherheit der Kirchenbesucher bieten die Damen
dem Kirchenvorstand einen Monotoring-Vertrag an. Dabei würden sie in
regelmäßigen Abständen weitere Schäden beobachten und schnellstmöglich
beseitigen. Die Kosten der aktuellen Restaurationsmaßnahme von rund 15.000 € trägt
das Land  Nordrhein-Westfalen aufgrund
der Patronatsverpflichtung gegenüber der St. Bernhard Kirche.


So soll am Sonntag wieder
ganz normal und herrkömlich in der St. Bernhard Kirche Messe gefeiert werden,
bei der Himmel über allen aufgehen kann, ohne dass jemand Angst vor herunterbröckelnden
Steinen haben muss.*tobi