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Predigt in Reimform

Predigt am 5. Sonntag C 6. Februar 2016

Wenn das Seelsorgegespräch zu verstummen droht,

dann tut ein Zauberwort oft not.

Wenn alle wirklich sagen nix:

Dann sag ich einfach: Termomix.

Dann sind als erstes die Frauen an der Reihe, klar,

doch auch die Herren, führwar.

Werfen ein: Haben wir schon, klappt prima, alles toll,

oder auch: Ist nix für uns, Portemonaie nicht genug voll.

Dem Christen scheint es leichte über den Kochtopf zu sprechen,

den Glauben scheinen wir allzu schnell zu vergessen.

Dabei wär die Erfahrung die ein jeder mit dem Glauben gemacht,

an so mancher Stelle wohl angebracht.

Wie man schweres mit Gottes Hilfe ausgehalten.

Oder Frohsinn geteilt und in Liebe die Händchen gehalten.

Um diese Berufung zum Glauben soll es hier heute geh´n,

wie wir in den drei Texten  sehn.

Jesaja wie in einer mystischen Schau,

sagt zum Willen Gottes mit ihm schnell: Helau!

Hier bin ich, sende mich, wohin du willst mich haben,

denn entziehen kann ich mich nicht deiner Gnaden.

Paulus erscheint uns heut nicht nur als Stahlemann wie sonst immer,

bezeichnet sich als Missgeburt, schlimmer geht’s nimmer.

Aber bekennt sich zu den Schwächen, weil Gott ihn immer getragen,

kann er das leidenschaftlich auch uns heute sagen.

Auf dein Wort hin! So bekennt Petrus im Evangelium uns allen,

können auch wir uns heute in den Willen Gottes lassen fallen.

 

Wenn auch des Nachts kein Fischlein sie ergattert,

wird auf Gottes Geheiß noch einmal rausgeknattert.

Und Ei der Dautz, wer hätte das gedacht,

zum bersten voll wird das Netz dann gemacht.

Den Lieblingsjünger wirfts tatsächlich dann erstmal um,

das nimmt der Herr ihm aber nicht krumm.

Sondern beruft ihn dann offiziell in seine Mannschaft rein,

„Fürchte dich nicht!“ Das soll mitmachendes Motto nun sein.

 

Und wir heute? Sehnen uns nach Segen aus berufenem Munde,

sehen uns als schwach wie Paulus, bitten um Kraft zu jeder Stunde.

Doch schauen wir nochmal was Berufung so meint.

Nicht - das was es für manche zu sein scheint.

 

Berufung ist nicht Wunscherfüllung durch ein höheres Tun,

und ich kann dann im Lehnstuhl ruhig ruhn.

Berufung ab der Taufe heißt:  Steh zu Gott! Der dich getragen,

bete: „Herr, dein Wille geschehe!“ wie in alten Tagen.

Sprech mit andern über die Erfahrungen des Getragen werden,

das wird deine Probleme auf jeden Fall erden.

So stell dich dem Herrn zur Verfügung wie Petrus selbst verlass die Welt.

wie Abraham, der verließ alles ohne Geld.

Wie Maria hör auf Gottes Weisungen in Ruh,

leg ab wie Mose den störenden Schuh.

Denn um in der Welt Menschen heilend und aufrichtend zu stärken,

will der Herr uns sehen an den Werken.

Zum Beispiel wenn wir alle konkret durch Güte und Barmherzigkeit

Arbeiten an einem Klima weit und breit

Das Leben schafft, nicht nur Kommerz und Macht,

dann hätten wir schon viel geschafft.

Dass Glück und Frieden kehrten ein,

und dann kann jeder wieder glücklich sein.

Dass nicht Terror und Angst uns nehmen in den Bann,

fang bei dir im Herzen dazu an.

Und wer 2 Hemden hat, geb eines dem der bedürftig ist,

denn Liebe kennt die Obergrenze nicht.

Und keiner, das ist doch wohl klar,

muss wirklich verzichten, nur weil 1 Million Flüchtlinge da.

Wir sind nicht 45 nach dem schrecklichen Krieg,

nur mancher den Rachen nicht voll genug kriegt.

Toll ist, das sag ich mit Dankbarkeit,

Wie St. Maria als Gemeinde hilft weit und breit.

 

Flüchtlinge, Caritas vor Ort, den Alten und in der weiten Welt,

Solidarität hier und fort - die zählt.

Und die uns guttut, nach den kritischen Jahren,

wo alle über Kirche doch immer nur klagten.

Auch heut tun das viele, aber das gehört dazu,

auch dem Welveraner Rat lässt man ja keine Ruh.

Wenn übern Pastor wird gelästert, das macht uns Mut!

Das wir sind noch nicht untergegangen, wie gut.

Man interessiert sich doch, spricht drüber und schweigt nicht wie allzuoft geschehen,

so kann man dann auch mal gutes vielleicht sehen.

 

Und das Sprechen über den Glauben, es den andern zu sagen,

ist Berufung, es mit Gottes Hilfe zu wagen,

gemeinsam zu beten im Haus und beim Essen,

dann kann man das große Klagen vielleicht auch mal vergessen.

Klar, weil so vieles sich ändert, in Kirche und Welt,

und man Angst hat um dieses liebe Geld.

Berufung erst macht glücklich, ist nicht Last obwohl mit Last verbunden,

aber gibt dir die Würde, bist geliebt, alle Stunden.

 

So wir um den Altar:Wir danken dir, dass du uns berufen hast!

Zeichen und Werkzeug der Versöhnung der Menschen hast du aus uns gemacht!

Wir müssen in Gemeinde und Familie Orte erschaffen

wo viele im Laufe der Zeit aus dem Getriebe Ruhe können fassen.

Wir müssen der Jugend vorleben:  Glaube ist Vertrauen auf den

mit uns gehenden Gott, in Jesus sichtbar, mit dem Auge nicht zu sehen.

Aber im Herzen spürst du, wenn du ehrlich bist,

dass der Mensch nicht allein auf Erden ist.

Dass barmherzig die Welt soll sein, wie der Papst es ausgerufen

ein heilige Jahr, nicht nur an St. Petes stufen,

auch hier bei uns soll diese Melodie erklingen,

Barmherzigkeit in eine kalte Welt sollst du bringen.

Das gute an der Kirche in unseren Tagen,

nicht nur der Pastor hat was zu sagen.

Durch Firmung bist du gerufen, da mitzumachen,

das Feuer des Geistes neu zu entfachen.

Damit auch in 20 Jahren, wenn Priester sind rar,

der Glaube trotzdem ist noch da.

Vielleicht viel authentischer als in vermeintlich frommeren Jahren,

wo Hochwürden hatte alles zu sagen.

 

Dass auch unterm Schwarzrock viel Schande geschehen,

davon wollen wir nicht absehen.

Die Kirche ist zugange, räumt kräftig auf und sorgt vor,

die Gesellschaft sollte folgen, sonst wird’s für die ein Eigentor.

Auch Paulus sprach ja von Schwäche, das tut uns unendlich leid,

Aber schnell zeigt man eben auf den andern, so tuts jeder, das ist klar,

aber dann zeigen drei Finger auch auf dich – führwahr.

 

Darum steht Mittwoch die Buß- und Umkehrzeit an.

Ein jeder dann auf sich selbst schauen kann.

Ob er den Ruf vernommen: Komm folge mir nach!

Sing, bet´ und geh auf Gottes Wegen – nicht erst am Sarg.

Bete zum Herrn, vertrau auf deine eigene Kraft,

die dich im Leben richtig stark macht.

Dass nicht Hochmut die Deutsche Kirche weiter antreibt,

sondern wie Paulus sie vom hohen Ross runtersteigt,

sich an die Brust klopft und bittet: Herr, du bist der Chef der Deinen,

Besitzstandswahrung wirst du immer verneinen.

Das letzte Hemd hat eh keine Tasche,

gebt alles ab, das war deine Masche.

 

Und in den vielen, die gestalten mit,

dann wird St. Maria für die Zukunft fit.

Das Zukunftsbild dazu ist bunt und agil,

denn auch kleiner Gemeinden gestalten viel.

Exemplarisch, nicht alles so wie´s war,

das gibt Knartsch, das ist klar.

 

Aber den hatten auch die Jünger, als sie stritten auf dem Apostelkonzil,

aber im Heiligen Geist  schafften sie dann viel.

So lasst uns darum beten, das ist klar,

denn sein Atem ist die Kraftquelle – führwar.

 

Lehr mich, o Herr, wie Paulus Ja zu sagen,

zu Schwächen und Sünden, und nicht nur zu klagen.

Wie Petrus zu folgen trotz Verleumdung und Angst,

im Laufe des Lebens er die Aufgabe fand.

Lehr mich, mein Ich nicht zum Nabel der Welt zu benennen,

Dann lerne ich den andern wirklich kennen.

Lehr mich, mich nicht zum Maß der Dinge zu machen,

dann kann ich maßlos lieben und nicht hassen.

Lass deinen Geist in mir atmen, o Herr,

dazu hast du mich bestellt – hierher!

Helau!

Pastor André Aßheuer